Qigong

Diese Jahrtausende alte Form der Gesunderhaltung ist in China weit verbreitet. Sie kann von jedermann erlernt werden und ist unabhängig von Alter und körperlichen Konstitution.

Durch ruhige, langsame Bewegungen im Zusammenspiel mit Atmung und Konzentration können Gelenke geöffnet und Blockaden gelöst werden. Dies wirkt positiv auf Körper, Geist und Seele, was wiederum das allgemeine Wohlbefinden steigert. Da keine Hilfsmittel nötig sind kann Qigong überall und zu jeder Zeit praktiziert werden.


QiGong
QiGong

Allgemein

Qigong übersetzt bedeutet so viel wie:
Mit Qi (= Lebensenergie, Lebenskraft, Vitalität) gong (= arbeiten, üben).

Im Gegensatz zu Taijiquan, bei dem ganze Choreographien von mehreren Übungen erlernt werden, werden im Qigong einzelne Übungen mehrfach wiederholt und ist somit einfacher zu erlernen.

Qigong ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zu der ebenso Akupunktur, Kräuterheilkunde und Diagnostik gehören. Die Sichtweise in der TCM ist eine andere als die westliche. Wir im Westen gehen je nach Bedarf zu Hausarzt, Orthopäde, Herzspezialist, Psychotherapeut und weiteren Fachärzten.

Schriftzeichen Christiane Grothe
Schriftzeichen Christiane Grothe

Die TCM betrachtet den Menschen mit Körper, Geist und Seele als eine Einheit, die nicht zu trennen ist. Zwickt es am großen Zeh ist der ganze Mensch betroffen, ebenso wie bei einer Erkältung der ganze Mensch mit Körper Geist und Seele zu betrachten ist. Was wir als „Krankheit“ beschreiben ist in der TCM eine Qi-Disharmonie. Das Qi ist aus dem Gleichgewicht. TCM setzt an der Wurzel an nicht am Symptom. Durch Qigong-Übungen wird der Qi-Fluss wieder harmonisiert, die Selbstheilungskräfte unterstützt.

Dies heißt nicht, das Qigong alleine ein Allheilmittel ist! Wie oben erwähnt ist Qigong ein Teil der TCM und wird als ein Teil der Behandlung eingesetzt. Hier im Westen ist Qigong als wertvolle Ergänzung bei der Regeneration zu betrachten und als Möglichkeit Krankheiten (Qi-Disharmonien) vorzubeugen, die Gesundheit zu erhalten.

Es gibt unzählige Übungsformen, die dazu noch je nach Überlieferung in ihrer Ausführung variieren können. Die Übungsformen können unterschieden werden nach Herkunft – Beeinflussung durch konfuzianische, daoistische, buddhistische oder nichtkonfessionellen Schulen, Ausführung – mit (Donggong) oder ohne Körperbewegung (Jinggong) oder Zweck – spirituelle Erleuchtung, Unterstützung der Heilung, Kampfkunst oder Gesunderhaltung. Letzteres ist hier im Westen wohl am weitesten verbreitet.

Im Weiteren sind die Übungsformen kurz beschrieben auf die ich zurück greife.

Qigong ist weit mehr als die Übungen, die weitläufig unterrichtet werden. Qi ist in ständiger Bewegung, nichts geschieht ohne Qi. Es gibt angeborenes und erworbenes Qi. Erstes ist begrenzt und Zweites nehmen wir über unsere Atmung und Nahrung auf. Das Thema Nahrung leitet uns zu einer gesunden Lebensweise und so weiter und so fort. Qigong muss man erleben, selbst erfahren ausprobieren. Wer neugierig ist kann mit und bei Qigong ständig Neues entdecken. Und wer einfach „nur“ etwas Gutes für sich tun möchte ist hier ebenfalls richtig.

Gerne können Sie Qigong bei einer kostenlosen Schnupperstunde kennenlernen. Bitte sprechen Sie einen Termin mit mir ab. Neben Gruppenunterricht biete ich Einzelunterricht an. Termine und Kosten nach Absprache.

Taiji-Qigong

Der Ursprung des Taiji-Qigong kommt aus der Kampfkunst Taijiquan, die vermutlich schon 1.200 n. Chr. von Zhang Sanfeng gegründet wurde. Ca. ab dem 14. Jh. wird nachweislich die Familie Chan in diesem Zusammenhang erwähnt.

Der hier unterrichtete Wu Beipei Stil (nördliche Wu-Stil) besteht aus vierzehn Einzelübungen.

Der nördliche Wu-Stil geht zurück auf Wang Peisheng, der ca. 1950/1960 das Taiji-Qigong als einen Auszug der gesundheitsfördernden Teile aus dem Taijiquan entwickelt hat. Wang Peisheng ist in der V.R. China der berühmteste große Altmeister der nördlichen Linie des Wu-Stiles und wird als Taishan, als der "große Berg" des Taijiquan verehrt. Er war Ehrenpräsident der HWITS (Hangzhou Wushan International Taijiquan Society) und Lehrer von Xia Tao, der Präsident der HWITS war. Paul Shoju Daoqi Schwerdt, Leiter der Wushan International Assocciation, bei welchem ich die Ausbildung machen durfte, war Schüler von Xia Tao.

Die 15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong

Die Urform dieser Übungen sind die „13 Ausdruckformen der Taiji-Pfahl-Übungen“, aus der Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.). Hieraus entwickelte Prof. Dr. Jiao Guorui 1961 die „15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong“ auf Basis der Kriterien Einfachheit, Wirksamkeit, Sicherheit und Verlässlichkeit.

Wie Prof. Dr. Jiao Guorui selbst schreibt, zeichnen sich diese Übungen dadurch aus, dass sie die Prinzipien des Qigong beinhalten, eine Taiji-Übungsmethode (…) darstellen, die Übungen symetrisch und ausgewogen sind (…) sowie Übungen in Ruhe mit Übungen in Bewegung verbinden.

Diese Übungen sind gut im Stehen, wie im Sitzen zu praktizieren und können, wie alle Qigong-Übungen, der eigenen Konstitution angepasst werden.

Wu Qin Xi –

Spiel der fünf Tiere

Der Zusammenhang mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist hier besonders deutlich zu erkennen. Der chinesischen Arzt HuaTo konzipierte diese Übungsform schon vor tausenden von Jahren. Je nach Überlieferung gibt es 3-10 Übungen pro Tier.

Das Spiel der fünf Tiere bezieht sich auf die komplexe Fünf-Elemente-Lehre und die fünf Wandlungsphasen die aus der daoistischen Weltanschauung kommen. Durch die lange Tradition hat sie Auswirkung auf die chinesische Philosophie und ist bedeutend zum Beispiel bei Qiong, Feng Shui und der Traditionellen Medizin (TCM).


Jedes Tier – Hirsch, Affe, Bär, Kranich und Tiger - steht in Bezug zu einem der fünf Elemente - Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Diesen Elementen sind jeweils Organ-Funktionskreise zugeordnet, die durch die Übungen gestärkt und unterstützt werden können. Hierdurch ist ein gezieltes Anwenden einzelner Übungen möglich.

Wie erwähnt ist die Lehre der Wandlungsphasen sehr komplex und wird daher an dieser Stelle nicht weiter vertieft.

Während des Erlernens der einzelnen Tier-Formen werden Sie weiter Informationen unter anderem zur Anwendung, Eigenschaften und Charakterisierung erfahren.

Ba Duan Jin –

Die 8 Brokate

Baduanjin ist eine der am meist verbreiten Übungsformen. Laut Überlieferung sind diese acht Einzelübungen so wertvoll, wie damals der kostbare Brokat war. Durch das Praktizieren dieser Übungen veredelt der Mensch seinen Körper so, wie dereinst die reichen Leute Ihre Zimmer mit Brokat veredelten.

Diese Übungen werden General Yue Fei zugeschrieben, der ca. 1180 n.Chr. diese Übungen zur körperlichen Ertüchtigung seine Soldaten einsetzte.

Je nach Weg der Überlieferung gibt es unterschiedliche Formen dieser Übungen. Die hier unterrichtete Form ist eine alte, traditionelle Form, auch Shaolin-Tradition/-Form genannt.

Stilles Qigong

Im Gegensatz zu Qigong mit Körperbewegung (donggong) ist der Körper bei Stillem Qigong (jinggong) ohne Bewegung. Stilles Qigong kann im Stehen oder sitzend praktiziert werden.

Ausgangspunkt war ein „Weg der Erleuchtung“, ursprünglich nicht der Gesundheit gewidmet. Dass auch die Gesundheit positiv beeinflusst wird wurde „nebenher“ entdeckt. Heute werden die spirituellen Anteile weggelassen. Der Geist (Shen) wird ausgerichtet. Willenskraft / Konzentrationskraft (Yi) wird auf bestimmte Körperbereiche (Punkte, Flächen) gelenkt: „Wo ich das Yi hinschicke, da geht das Qi hin.“

Eine Basisform ist Zhan Zhuang „stehen wie ein Baum“. Äußerlich unscheinbar, ist dies doch eine hoch energetische Übung. Die gesamt Ablenkung durch Choreographie etc. fällt weg, die Entdeckung des „Selbst“ ist möglich. In den Klöstern wurde dies viele Stunden am Tag geübt. Die Adepten lernten, den Geist zu bündeln, zu beherrschen. Dies verbraucht viel Energie (Jing). Mit viel Übung wird der Geist ruhiger, klarer, fixierter, aufmerksamer.

In meinen Übungsstunden lasse ich immer wieder stilles Qigong mit einfließen.

Yijinjing

Wörtlich übersetzt heißt dies dem Öffnen und Reinigen der Sehnen und Muskeln dienen. Blockaden werden gelöst, Muskeln und Meridiane werden druchlässig, Qi kommt wieder überall hin.

Diese Übungsform wird heute nur selten unterrichtet. Sie geht zurück auf Boddhidarma, ca. 6.-7.Jh. n. Chr. Sie gilt als Vorstufe des Xi Sui Jing (=das Knochenmark reinigen, die Hohe Schule des Qigong) und ist eine hoch energetische Form. Sie sollte nicht praktiziert werden, wenn Erschöpfungszustände oder Krankheit vorliegen.

Im 11. Jh. soll ein unbekannter Mönch General Yue Fei ein Schriftstück mit den Formeln des Yijinjing übergeben haben. Jenem General, dem die Entwicklung der Übungsform „Die Acht Brokate“ zugeschrieben wird. So ist vermutlich die Geschichte der Acht Brokate, die Geschichte des Yijinjing.

Es gibt sehr viele Einzelübungen hierzu. Ich greife in meinen Übungsstunden ab und an auf einen Teil von 14 Grundformen zurück, die standardisiert sind und primär der Gesunderhaltung dienen.

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